Annkattera


 

Ich bin das einzige Kind eines Steinmetzes und einer Schneiderin am Hofe der Grafen zu Hohnstein-Sondershausen. Schon als kleines Mädchen musste ich mit am Hofe der Grafen meine Arbeiten verrichten. Zuerst musste ich für die Küche Speisen und Getränke besorgen sowie auch in der ekeligen Waschküche helfen.

Doch diese Arbeiten gefielen mir gar nicht....

Heimlich schlich ich mich immer in die Gärten des Schlosses um die Blumen und Gräser zu pflegen, in der Hoffnung, dass mich niemand entdeckt. Doch die Gräfin sprach mich eines Tages ganz unverhofft darauf an, da sie mich schon des Öfteren von ihrem Fenster aus beobachtet hatte.

Völlig klar, wie kann man nur denken in so einem riesigen Garten

der von allen Seiten einsehbar ist, zu glauben unentdeckt zu bleiben ?!

Ich dachte ich bekomme ihren Zorn zu spüren, doch im Gegenteil, sie machte mich zu einer der vielen Bediensteten die für den Garten tätig waren, dabei haben es mir die Rosen am meisten angetan.

AnnKattera

Diese Arbeit nahm ich voller Dankbarkeit und mit Freuden an, sollte sie sich doch entscheidend auf mein weiteres Leben auswirken. Diese Arbeit gereichte mir zum Vorteil, da ich immer eine der ersten war, die unsere Herrschaften und ihr Gefolge von ihren Reisen zurück kommen sah und sie bestaunen konnte.

So kam es auch, dass ich eines schönen Sommertages unseren Grafen und seine Ritterschaft von einen ihrer Reisen ankommen sah. Wo sie waren und welches ihr Auftrag war, weiß ich bis heute noch nicht, doch sie sahen sehr umkämpft aus.

Besonders fiel mir ein junger Knappe auf, bepackt mit Schwertern und Schilden. Ich kannte ihn schon seit meiner Kindheit, da war er jedoch noch Stallbursche und ging viel mit dem Gefolge auf Reisen .

Er schenkte mir freundliche Blicke, die ich erst zögernd mit leicht gesengtem Kopf erwiderte, war ich doch einem anderen versprochen.

So kam was kommen musste.

Ich verliebte mich in diesen Knappen, dessen Namen Absalon war und widersetzte mich dem Willen meines Vaters. Nach heftiger Gegenwehr seitens meiner Familie, besonders meines Vaters, heiratete mich Absalon. War er doch, durch Gottesgnade, von unserem Herrn zum Ritterstand erhoben und erteilte ihm seine Erlaubnis mich zur Gemahlin zu nehmen.

Kurz darauf bezogen wir Räume auf der Spatenburg, die unser Herr mit Hilfe meines Mannes, käuflich erwerben konnte. Wir lebten recht bescheiden aber glücklich. Im Laufe der Zeit schenkte ich meinem Manne zwei Söhne, Nicos und Simyon.

Trotz all der vielen Jahren war mein Vater immer noch  erbost über diese Heirat. Ließ kein gutes Wort am Hofe aus und bezichtigte meinen Gemahl böser Machenschaften. Dieser Fehde überdrüssig ergriff unser Graf eine folgenschwere Entscheidung, er schickte meinen Gemahl und viele seiner anderen Ritter auf einen Kreuzzug.

Von alldem sollte ich nichts erfahren, da mein Gemahl immer von einem höfischen Auftrage sprach, nicht von einem Kreuzzug und auch nicht das mein Vater seine Hand mit im Spiele hatte. Doch ein gutes Eheweib kennt ihren Mann und merkt sofort wenn etwas nicht in Ordnung ist. So konnte ich ihm eines Abends, einige Tage vor seiner Abreise, das Geheimnis entlocken. In diesem Augenblick stand für mich fest... wir kommen mit. Nicht nur um meinem Vater die Stirn zu zeigen. Nein, ich wollte mich und meinen Kindern nicht  den Gefahren in unserem Umfeld ohne den Schutz meines Mannes mich aussetzen. Hätte ich vorher gewusst, was mich auf diesem Kreuzzug erwartet, wäre ich besser am Hofe geblieben und hätte mich den Gefahren hier im Lande gestellt und getrotzt.

All diese vielen Kämpfe, Belagerungen, das sinnlose Abschlachten, Hunger, Krankheiten, Seuchen, besonders die Angst um meine Kinder und meines Ehemannes... dies alles wäre mir erspart geblieben.

Auch an meinem Gemahl ging das alles nicht spurlos vorbei, doch er ließ es sich nicht anmerken, wollte er doch als Ruhmreicher Ritter zurück kehren.

Ganze zwei Jahre und endlose Nächte durchzogen von Angst und Sorge kam der Tag unserer Erlösung. Der Kreuzzug hatte unerwartet sein Ende genommen und wir konnten endlich wieder die Reise in unsere Heimat antreten. Mein Gatte war besorgt um die Gunst unseres Grafen und seiner Gräfin, doch darüber machte ich mir weniger Sorgen.

Vielmehr hatte ich Besorgnis unbeschadet in unserer Heimat zurück zu kommen!

Zum Glück trafen wir wärend unserer Heimreise auf diese Reisegruppe, derer wir uns anschließen durften, um gemeinsam den Gefahren der Zeit zu trotzen....