Dalmatiner

Aaron

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Der Dalmatiner gehört zur FCI-Gruppe 9 der Gesellschafts- und Begleithunde. Obwohl über seinen Ursprung vieles im unklaren liegt (s. u.), wird er vom FCI als jugoslawische Zucht geführt.

Seine Schulterhöhe beträgt im Idealfall beim Rüden 58-61 cm, bei Hündinnen 56-59 cm. Dabei liegt sein Gewicht zwischen 22,5-25 kg.

Das Fell ist glänzend und dicht, mit dünnem und kurzem Haar. Die Farbe ist vorherrschend weiß mit gut verteilten, runden Flecken in schwarz oder braun.

Um die genaue Herkunft der Dalmatiner ranken sich bis heute viele Legenden. Bereits im 14. Jahrhundert waren weiße Hunde mit dunklen Flecken bekannt, die später als Bracken bezeichnet wurden. Da er besonders als Statussymbol des britischen Adels in den Blick der Öffentlichkeit kam, denken viele, sein Ursprung läge in England.

Abbildungen in altägyptischen Pharaonengräbern,

die den Abbildungen auf Gemälden aus dem 16. bis 18.Jahrhundert entsprechen, lassen vermuten, dass der Dalmatiner ein paar tausend Jahre alt ist.

Kirchliche Chroniken aus dem 14.Jahrhundert

und aus dem Jahre 1719

lassen ernsthaft darauf schließen, dass der Ursprung des Dalmatiners im östlichen Mittelmeerraum und speziell in der Gegend der dalmatischen Küste liegt. Die frühesten Abbildungen sind Bilder von italienischen Malern aus dem 16.Jahrhundert und ein Fresko in Zaostrog (Dalmatien), das ungefähr um 1710 datiert werden kann. In einem 1792 veröffentlichten Werk eines Thomas Bewick finden wir die Beschreibung und die Zeichnung eines Dalmatiners. Bewick bezeichnet ihn als « Dalmatian or Coach Dog ». Der erste Dalmatiner-Standard wurde im Jahre 1882 von einem Engländer namens Vero Shaw verfasst. Dieser Standard wurde dann im Jahre 1890 in einen offiziellen Standard überführt.

 

Einige Fachleute aber behaupten, er wäre aus Indien gekommen und dann von Zigeunern nach Osteuropa, also auch nach Dalmatien mitgenommen worden. Mancherorts wird jedoch behauptet, er stamme eigentlich aus Ägypten oder Griechenland.

Aus Dalmatien wurde schon sehr früh über die Rasse berichtet und auch ihr Name stammt daher, deshalb wurde er schließlich als jugoslawische Zucht anerkannt. Da er bis auf die Flecken dem Erscheinungsbild eines Vorsteherhundes ähnelt, ist eine Verwandtschaft zwischen denn beiden anzunehmen. Er ähnelt aber auch sehr den kleinohrigen osteuropäischen Hounds mit ihrem kurz anliegenden Fell.

Da diese beiden möglichen Vorfahren sich aber gegenseitig entwickelten, wird bis heute über die Herkunft des Dalmatiners gestritten, zumal sein Stammbaum auch dadurch, dass er weder als Jagd- noch als Fährtenhund eingesetzt wird, sehr schwer zu ermitteln ist. Verschiedene Fachleute meinen, es handele sich entweder um einen Vorstehhund, Laufhund, Wachhund oder Schafhütehund, aber auch als Zughund und sogar als Rattenfänger wird er mancherorts angesehen.

Auf jeden Fall war er seit dem Mittelalter in ganz Europa als Begleithund für Pferde bekannt. Besonders der englische Adel schätzte ihn als Begleiter ihrer Kutschen, wo er ursprünglich zum Schutz der Reisenden vor Wegelagerei eingesetzt wurde, mehr und mehr aber auch Repräsentationszwecken diente.

Aber auch die einfachen Leute fanden mehr und mehr Gefallen am Dalmatiner. Ihren Ehrennamen „Firehouse Dog” erhielten sie dadurch, dass sie in London den in großer Geschwindigkeit heraneilenden Feuerlöschzügen, die damals natürlich auch noch von Pferden gezogen wurden, den Weg freimachten.

Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich zu richtigen Maskottchen, insbesondere in den Vereinigten Staaten hat sich das Bild des treuen Dalmatiners auf dem Vordersitz eines Feuerwehrwagens in der Öffentlichkeit festgesetzt. Dort veranstalten Züchter auch Übungen, welche die Fähigkeiten des Dalmatiners als Begleiter von Pferdekutschen testen, was daran liegt, dass er bis heute freundlich zu Pferden geblieben ist.

Ihre Popularität wurde durch das 1956 in England erschienene und 1959 von Walt Disney als Zeichentrick verfilmte Buch „101 Dalmatiner” sehr gesteigert. Das Interesse, besonders bei den Kindern, hat bis heute, auch durch die vor einigen Jahren neu hergestellten Hollywoodfilme des Buches, angehalten.

Vom Charakter her ist der Dalmatiner ein von Natur aus leicht erziehbarer, anpassungsfähiger Haushund, der sich durch eine besondere Kinderliebe und Intelligenz auszeichnet. Obwohl extrovertiert und lebhaft, bellt er eigentlich nur, wenn etwas Besonderes vorgefallen ist.

Trotzdem ist er auch als Wachhund geeignet, da er sehr mutig ist und keine Angst zeigt, sich notfalls zu verteidigen. Ansonsten ist er nicht aggressiv, hat ein gutes Gespür, wer sein Herr ist und ist der ganzen Familie gegenüber freundlich, was ihn für Kinder zu einem treuen Spielgefährten macht. Er ist äußerst ausdauernd, bei mäßigem Trab kann er Pferden nahezu endlos folgen. Sein angeborener Bewegungsdrang verlangt nach regelmäßigem Auslauf.

Welpen sind bei der Geburt reinweiß, erst nach einigen Wochen zeigen sich die ersten kleinen Flecken, die genetisch eigentlich eine große Form der Tüpfelung sind. Erst mit zunehmenden Alter verändern sich diese ursprünglichen Farbtupfer dann immer mehr in Richtung der deutlichen Flecken.